
Der Mahr und die Mär von Björn Remiszewski war für mich eines dieser Bücher, von denen man nichts erwartet – und am Ende alles bekommt.
Ich wurde durch Facebook darauf aufmerksam, und mein erster Gedanke war: Was für ein ungewöhnlicher Titel. Also begann ich zu lesen.
Vorweg sei gesagt: Es handelt sich hierbei um das Debüt des Autors. Und was für ein Debüt!
Remiszewski versteht sein Handwerk außergewöhnlich gut. Der Lesefluss fühlt sich wie eine Melodie an, und die teils poetischen Sätze haben mich innerlich immer wieder jubeln lassen. Neben bildgewaltigen Szenen kommen auch die anderen Sinne nicht zu kurz. Der Mahr und die Mär ist in sich stimmig, atmosphärisch dicht und wohlig erzählt.
Statt unnötigem Infodumping entfaltet sich eine Welt von bemerkenswerter Tiefe.
Wir begleiten die beiden Kinder Malte und Theodor auf ein fantastisches Abenteuer, das stellenweise an eine Mischung aus Der Zauberer von Oz und Die unendliche Geschichte erinnert. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass es sich hier um ein Kinderbuch handelt. Die Geschichte ist düster, teils unheimlich und spielt auf raffinierte Weise mit einer ganzen Bandbreite an Emotionen.
Die eigentliche Geschichte entfaltet sich schrittweise und gewinnt rückwirkend enorm an Tiefe. Das Ende verändert den Blick auf alles, was man zuvor gelesen hat, und lässt einen rastlos zurück.
Ich habe das Buch zugeklappt – und erst einmal die Tränen laufen lassen.
Der Mahr und die Mär ist ein Buch für Leser:innen, die Fantasy ohne Drachen schätzen, bereit sind, zwischen den Zeilen zu lesen, und literarisch anspruchsvollere Geschichten lieben.
Auch wenn der Roman bereits im November 2024 erschienen ist, ist er für mich eines der ersten großen Highlights dieses Jahres – und eine klare Leseempfehlung.


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